Ein kleines Stückchen Lebenslauf

von Akinobu Kishi Sensei

 

(aufgeschrieben von

Vera Losenkow)

Akinobu Kishi wurde am 14. Juli 1949 in Maebashi geboren.
Sein Vater war ein Judo-Champion, da gab es viel Verletzungen und so kam Kishi zu Hause schon sehr früh mit Shiatsu in Berührung. In Japan hat Shiatsu als Familienbehandlungsmethode eine lange Tradition, meist gab es einen in der Familie, der es besonders gut konnte und der behandelte die anderen Familienmitglieder, wenn sie sich nicht gut fühlten oder krank oder verletzt waren. Kishi begann im Alter von 9 Jahren, Shiatsu zu geben, er behandelte fast täglich Mutter, Vater und die Großmutter, die alle viel arbeiten mussten.
1967, als er an der Universität in Tokyo sein Landschaftsarchitekturstudium aufnahm, begegnete er Namikoshi, der ihn einlud, sein Schüler zu werden. Das Namikoshi-Institut ist bis heute eine der namhaftesten Shiatsu-Schulen Japans und es war eine Ehre, dort aufgenommen zu werden, was jährlich nur 20 Schülern gelang. Die Schule war sehr teuer, also behandelte er tagsüber, während er abends Shiatsu studierte.
1968 traf er Masunaga, der damals Psychologie sowie Shiatsu-Geschichte und orientalische Diagnose unterrichtete. Masunaga entwickelte 1970 das Meridian-System in der Form weiter, das bis heute Shiatsu-Schulen und Akupunkteuren als Grundlage dient. Kishi war 10 Jahre lang einer seiner engsten Schüler. Alles Geld, das Kishi mit seinen Behandlungen verdiente, gab er sofort wieder aus für Behandlungen durch Masunaga, um so noch intensiver zu lernen.
1974 ging Kishi nach New York, arbeitete und lebte dort einige Zeit, teilweise zusammen mit Ohashi, den er kannte, weil auch er Masunaga-Schüler war.
Schon in den 70-ern fuhr er zwischendurch immer mal wieder nach Europa, beschäftigte sich unter anderem mit Wilhelm Reich und behandelte viel Politiker, Diplomaten und Künstler und verdiente sehr viel Geld.
1978/79 war, inzwischen fast 30-jährig, sein persönliches absolutes Krisenjahr. Er wurde sehr krank, ging zurück nach Japan, wo er monatelang alte Plätze besuchte und Shinto praktizierte (Japan’s alte Naturreligion, ähnlich dem Buddhismus, aber einfacher und älter). Durch die monatelange Hingabe an die alten "Reinigungszeremonien" durchlief er alle möglichen Zustände, Emotionen. Am Ende hatte er ein 3 Tage andauerndes "Katsugen", eine Art Bewegung, tief aus dem Innern kommend. Er hatte grosse Angst, dachte, er sei verrückt geworden. Gleichzeitig jedoch spürte er, dass sein Bewusstsein klarer und tiefer wurde und nach den 3 Tagen wusste er, dass er seinen eigenen Weg finden und ihm folgen musste.
Er begann selbst Workshops zu geben, in Japan, Europa und den USA. Seine Erfahrungen und Kenntnisse führten zu einer sehr eigenwilligen Methode, die er "SEIKI" nannte, was wörtlich übersetzt ungefähr die Bewegung des Lebens bzw. der Energiefluss des Lebens bedeutet.
Bisher hat er nie eine Schule gegründet, nie ein Buch geschrieben, er wollte immer, dass seine Arbeit lebendig bleibt, Erfahrungen in sie einfließen können. Man muss ihn erleben, will man an seinem Wissen, seiner Ausstrahlung und seiner Erfahrung reifen.26.02.2001